![]() |
![]() |
|
|
|
||
Max Beckmann, Die Granate, 1915, Radierung auf Papier, 38 x 28,8 cm. |
41 42 4342 - Max Beckmann Beckmann geht in der Darstellung des Augenblicks noch weiter, indem er die Sekunde unmittelbar vor der Explosion erfaßt. Die Ausdruckskraft wird durch eine geringe Bildtiefe verstärkt. Im Vordergrund liegen Leichen übereinander, schießende und fliehende Soldaten umgeben die Feuerkugel, die im nächsten Moment flammen- und splitterspeiend explodieren wird. Der mit geöffneten Armen Davonrennende und der mit dem Gewehr Schießende, keiner von ihnen wird entkommen. Sie teilen das Schicksal mit den sie bereits umgebenden, schrecklich verstümmelten Opfern. Der Aufbau des Bildes und seine dramatische Schilderung sind so eindrucksvoll, daß die Darstellung der Explosion selbst zur Nebensache wird. Eine Andeutung - ein paar schwarze Splitter um eine weiße Masse herum - genügt, denn das Wesentliche kommt in der Ankündigung der Explosion und der Veranschaulichung der panischen Angst zum Ausdruck. In einem Brief vom 11. Oktober 1914 schreibt Beckmann an seine Frau, daß das Krachen einer Salve so gewaltig wäre, als würde das Tor zur Ewigkeit aufgestoßen. Alles vermittle den Eindruck von Raum, Weite, Unendlichkeit. Er hätte dieses Getöse malen wollen. Gemalt hat er es allerdings nicht, sondern graphisch gestaltet. |
|
Ernst Jünger, In Stahlgewittern. |