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Gino Severini, Kanonen in Aktion, 1915, Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm, Museum Ludwig. |
35 36 3736 - Gino Severini Eine Schwierigkeit galt es noch zu überwinden, falls das überhaupt möglich war, nämlich zum Bild den Lärm hinzuzufügen und so die Empfindung umfassend zu vermitteln. Durch kubistische Collagen fügt Severini Wörter und Lautmalereien hinzu. So schafft er den Übergang zu einem Gedicht-Gemälde. Manche dieser Einfügungen können rudimentär erscheinen wie zum Beispiel das "Bumm" der Explosion. Andere geben Hinweise auf die Technik selbst: "arithmetische Perfektion", "geometrischer Rhythmus", "zur Erde geneigte Kurve". Das Bild soll nicht nur betrachtet, sondern auch gelesen werden, zumal die Artilleristen nur angedeutet sind und auch die Kanone nur ungenau dargestellt ist. 1916, kurz nachdem er seine Kriegsbilder gemalt und ausgestellt hatte, wandte sich Severini von den kriegerischen Motiven und dem - wie er ihn bezeichnete - "ideistischen Realismus" ab und malte fortan kubistische Stilleben. Es ist naheliegend, diese Entwicklung zumindest teilweise mit der Einsicht zu erklären, daß die Malerei nicht ungestraft Motive aufgreifen kann, die sich ihr entziehen. Kein Werk vermittelt den "beißenden Gestank" oder die "Zentrifugalschwere" ; genauso unbefriedigend ist es, die Wörter auf die Leinwand zu malen. |
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Fernand Léger, Verdun, am 25.10.1916. |