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Otto Dix, Selbstbildnis als Soldat, 1914, Öl auf Papier, beidseitig, 68 x 53,5 cm, Städt. Galerie Stuttgart. Otto Dix, Selbstbildnis mit Artillerie-Helm, 1914, Öl auf Papier, beidseitig, 68 x 53,5 cm, Städt. Galerie Stuttgart. |
3 4 54 - Otto Dix Auf demselben Blatt malte sich Otto Dix (1891-1969) zweimal selbst als "Kanonier". Damit begann eine der bedeutendsten Reihen von Kunstwerken, die der Erste Weltkrieg hervorgebracht hat. Noch bevor Dix an die Front mußte, war sein Werk von Ambivalenz geprägt, Epos und Ausdruck des Schmerzes zugleich. Das Selbstbildnis als Soldat, von Rottönen und dem weißen Untergrund erhellt, verherrlicht die Kraft, die bis zur Verrohung treibende Gewalt. Es läge eigentlich nahe, es als Quintessenz der kriegsverherrlichenden Darstellung zu deuten, welche die Notwendigkeit des Kampfes und die erbarmungslose Zerstörungswut proklamiert. Auf der Rückseite stellt sich das in vorwiegend dunklen Tönen gehaltene Selbstbildnis als Kanonier dieser vereinfachenden Interpretation entgegen: Schatten umgeben das behelmte Haupt, der angsterfüllte Blick steht im scharfen Kontrast zu den goldenen Besätzen, kriegerischen Symbolen vor dem Hintergrund der Nacht und des Todes. Trotz seiner Jugend und der Anziehungskraft, die der Krieg als etwas Unbekanntes auf ihn ausgeübt haben mag, ahnte Dix doch das Abscheuliche, das er später tagtäglich in seinen schreckenerregenden Zeichnungen und Stichen wiedergab. Diese Zwiespältigkeit findet sich auch in seinem Selbstbildnis als Mars (1915) wieder. |
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Ersnt Jünger, In Stahlgewittern. |