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Der Tod
Die Zeitungen machten keinen Hehl daraus. Bereits im Herbst 1914 wurden die ersten Aufnahmen von Leichen veröffentlicht, allerdings wurde darauf geachtet, daß sie aus dem feindlichen Lager stammten. Allmählich ließ diese Zurückhaltung nach, und am 8. Oktober 1916 bildete die Illustrierte Le Miroir die Aufnahme von zwei toten Soldaten ab, einem deutschen und einem französischen Infanteristen, die im selben Granattrichter lagen. Gleichzeitig wurden immer grauenhaftere Bilder veröffentlicht: Zerstückelte, verkohlte Leichen und Massengräber gehörten bald zur alltäglichen Kriegsberichterstattung in der Presse. Das Kino stand ihr dabei in nichts nach. Jacques-Emile Blanche besuchte eine Kinovorstellung, bei der mehrere Filme über die Zerstörung eines Zeppelin-Luftschiffes über Frankreich vorgeführt wurden: "Und dann ein weiterer Film: die toten Körper der Besatzung. Wie abgestumpft das Publikum sein mußte, um zu den Klängen eines langsamen Walzers, den der Dirigent des Orchesters als Begleitmusik ausgewählt hatte, in aller Ruhe diese Bilder zu betrachten, diesen weißen Rücken, den Rücken eines molligen, blonden Deutschen, dessen Kopf ein verkohlter Klumpen war. Die anderen Leichen auch verkohlt, Arme, Beine, alles nur noch Holzkohle." Es wäre sicher nutzlos, ein umfassendes Verzeichnis dieses immer wiederkehrenden Motivs aufstellen zu wollen. Aufschlußreicher ist es gewiß, die unterschiedlichen stilistischen Darstellungsweisen zu untersuchen, die von der realistischen Schilderung bis zur Allegorie reichen.
Die in mehrfacher Hinsicht letzte Art der Darstellung des Kriegs ist die auf die Ereignisse zurückschauende, sie nicht beschreibende, sondern wertende, die versucht, nur den Sinn zu erhalten. Sie symbolisiert, synthetisiert, mahnt. Sie schildert auch: sie zwingt zur Betrachtung des Angerichteten und verhindert durch die fortwährende Erinnerung an das Grauen, daß es in Vergessenheit gerät. Führung . . . |
Opfer
Gedenken |